Die Documenta besuchen – ja oder nein?

Die Documenta fifteen besuchen – ja oder nein?

Nicolas WefersDocumenta fifteenDocumenta fifteen

Gut, dass das Werk von Taring Padi abgehängt wurde, schlecht, dass es überhaupt aufgehängt wurde. Gut, dass sich jetzt die Gelegenheit bietet, sich intensiv über die in der Kunst weltweit vermittelten antisemitischen Stereotypen zu beschäftigen. Schlecht, dass es überhaupt notwendig ist. Die Städelschülerin und Stipendiatin bei Brot für die Welt, Vera Varlamova, ist mit dem *foundationClass*collective auf der Documenta vertreten.

Sie ist Mitglied im Team-ESG, sie ist Russin und zurzeit, außer mit ihrem Studium und der Documenta, mit der Begleitung ihrer aus Charkiw nach Frankfurt geflohenen Großmutter und Tante beschäftigt. Sie nimmt am 30.08. und 31.08. deutsche und internationale Studierende mit in die Welt der Modernen Kunst. Inhaltlich und organisatorisch wird sie von Friederike Lang, Referentin für Internationale Arbeit und Beratung, begleitet.

In der Evangelischen Studierendengemeinde in Frankfurt treffen sich regelmäßig internationale Studierende aus dem Globalen Süden in Form eines Studienbegleitprogramms. Es wird gekocht, gefeiert, sich ausgetauscht und dazugelernt. Je nach Veranstaltungsformat geht es implizit oder explizit darum, eigene gesellschaftliche Positionen zu formulieren, sie zur  Diskussion zu stellen, zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Die Veranstaltungen sind offen für alle Studierende, auch für europäische und deutsche Studierende: Und ja, diese Aushandlungs- und Bildungsprozesse werden bewusst initiiert und werden in der ESG begleitet. Ein Beratungsangebot der ESG an der Uni richtet sich speziell an internationale Studierende aus dem Globalen Süden.

Dieser Documenta-Sommer bietet sich in der ESG an, mit palästinensischen, nepalesischen und ukrainischen jungen Leuten, die zum Medizinstudium nach Deutschland kamen, und ecuadorianischen, usbekischen und indonesischen Studierenden der Wirtschaftswissenschaften, künstlerische Positionen aus dem Globalen Süden kennenzulernen und über den Export antisemitischer Figuren aus Europa, die Adaption und den Reimport zu diskutieren. Alle, auch die deutschen Studierenden in der ESG verbindet nun, sich mit dem Phänomen des weltweiten Antisemitismus und dessen Ausdrucksformen in Kunst und Debatte beschäftigen zu wollen. Es wird aber auch Raum geben, sich mit den Ideen und Zielen von Ruangrupa, dem *foundationClass*collective und den anderen Kollektiven zu beschäftigen.

Diese Seite:Download PDFDrucken

to top