Frühjahrssynode 2018

Synodenstart mit Digitalisierung, Heimkindern, Schusswaffen und Transsexualität (mit Video)

Volker RahnEröffnungsgottesdienst der EKHN-Synode

Welchen Weg schlägt die Kirche bei der Digitalisierung ein? Wie sieht die Zukunft der Kitas aus? Welche ökologische Ausrichtung führt in die Zukunft? Diesen Fragen und noch weiteren Punkten widmet sich die Frühjahrssynode der EKHN. Das Kirchenparlament tagt seit Donnerstag Morgen.

Darmstadt, 26. April 2018. Am Donnerstagmorgen (26. April) hat in Frankfurt am Main die Frühjahrstagung der hessen-nassauischen Kirchensynode mit einem Gottesdienst begonnen. Noch bis Samstag berät das mit einem Parlament vergleichbare evangelische Gremium im Dominikanerkloster unter anderem über Fragen der Digitalisierung und die Zukunft der Kindertagesstätten. Am Donnerstagmorgen steht zunächst der traditionelle Bericht von Kirchenpräsident Volker Jung zur Lage in Kirche und Gesellschaft auf dem Programm. Jung wird sich vor den 140 Delegierten (ab 11 Uhr) den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz widmen. Inmitten der neuen elektronischen Revolution will er sich den Fragen in ihrer gesellschaftlichen, politischen, kirchlichen und ethischen Dimension nähern. Der Kirchenpräsident wird dabei dazu aufrufen, „Digitalisierung nicht einfach geschehen zu lassen, sondern als Christinnen und Christen mitzugestalten“. 

Aufarbeitung der Heimkinder-Schicksale im Fokus

Die vor fünf Jahren begonnene Aufarbeitung der Geschichte der Heimkinder von 1945 bis 1975 in Hessen-Nassau ist am Donnerstagnachmittag ab 15 Uhr Thema. Dazu ist geplant, auch erste Ausschnitte eines Films über Betroffene zu präsentieren. Die Dokumentation beschäftigt sich vor allem mit der Rolle der Medizin in den Heimen der Nachkriegszeit. Nach einer Tagung mit früheren Heimkindern Ende Juni soll der Film dann der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Transsexualität neu auf der Tagesordnung

Neu auf die Tagesordnung für Donnerstagnachmittag aufgenommen wurde das Thema Transsexualität in der Kirche. Die Synodalen erhalten hier Informationen über eine umfassende Handreichung, die die hessen-nassauische Kirche in dieser Woche herausgegeben hat. Daneben wollen die Synodalen am Nachmittag der US-amerikanischen Partnerkirche „United Church Of Christ“ (UCC) für ihren Einsatz im Kampf gegen Schusswaffen danken. Schließlich soll am Nachmittag auch ein Gesetz verabschiedet werden, das die Zusammenarbeit von Kirchengemeinden künftig erheblich erleichtert.

Ökologische Ausrichtung der Kirche im Blick

Die Synodalen wollen auf der bevorstehenden Tagung auch darüber sprechen, wie die nachhaltige Ausrichtung der gesamten Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gestärkt und deutlicher am Erhalt der Schöpfung orientiert werden kann. So sollen bei dem von den Delegierten ausgerufenen Schwerpunktthema der Frühjahrssynode Ideen zu einer gemeinsamen „ökofairen“ Beschaffung von Materialien und Dienstleitungen vorgestellt werden. Das Thema steht ab Donnerstag ab 17 Uhr auf dem Programm. 

Am Freitagmorgen wird die Tagung dann mit einer Generaldebatte zur Zukunft der evangelischen Kindertagesstätten fortgesetzt. 

Hintergrund zur Synode 
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat knapp 1,6 Millionen Mitglieder in 1.143 Gemeinden. Ihr Territorium reicht in etwa von Biedenkopf im Norden über das Rhein-Main-Gebiet bis Neckarsteinach im Süden. Fast ein Viertel des Gebiets gehört zwischen Diez und Worms auch zu Rheinland-Pfalz. Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der hessen-nassauischen Kirche. Sie erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl die wichtigsten Leitungsämter und beschließt den Haushalt. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten die Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit Präses Ulriche Oelschläger. Gemäß Kirchenordnung sollen zwei Drittel der gewählten Synodalen nichtordinierte Gemeindemitglieder sein, ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer. 
Video: Was macht eigentlich eine Synode?

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